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Tiere und Zeitempfinden

Bei einer Facebook Freundin las ich heute diesen Text über Tiere und Zeitangaben und machte mir meine Gedanken dazu.

Die Idee, einem Tier mitzuteilen, wann ich wieder nach Hause komme, ist für viele Menschen, die kein Tiere haben oder anders mit ihren Tieren zusammen leben, ziemlich irritierend. Mit anders zusammen leben meine ich, nicht in dieser Verbindung, die entstehen kann, wenn wir Menschen unseren Tieren zuhören und ihnen den Raum geben, sich in ihrem Wesen zu zeigen. Von Skeptikern höre ich dann schon mal: „Hallo, ein Tier kennt doch die Uhrzeit nicht!“

Natürlich können sie die Uhr nicht in dem Sinne lesen, wie wir das tun. Dennoch haben sie ein hervorragendes Zeitempfinden. So kennt mein Roserl genau die Intervalle ihres Bauch-Beine-Po-Programms (Equikinetik) und fängt an zu traben, wenn es an der Zeit ist. Aber auch nur solange, wie das Trabintervall dauert. Dann geht sie wieder im Schritt. Oft nur den Bruchteil einer Sekunde früher, als die Ansage der Intervalltrainingsapp kommt.

Aber auch meine Katzis wissen, was die Uhr geschlagen hat. Gehe ich in der Früh aus dem Haus, sage ich ihnen immer, wann ich in etwa wieder da bin. Und wehe, wenn ich zu spät komme! Dann werde ich erst mal schräg von der Seite angemaunzt.

Ein wunderbares Beispiel, dass sie sehr wohl im Stande sind unsere Zeitangaben zu deuten, ist der Edle, mein Kater. Er hat den Flori sehr ins Herz geschlossen und der Flori liebt ihn ebenfalls über alles. Wenn Flori seinen Besuch angekündigt hat, sage ich dem Edlen, dass er einen Termin hat. Mit Uhrzeit. Und dann ist der Kater da. Pünktlich. Wie er das macht, weiß ich nicht. Es reicht ja auch, wenn er es weiß. Auf jeden Fall freut sich Flori immer sehr, wenn „sein“ Edler zu ihm kommt und sogar auf dem etwas unheimlichen E-Rolli auf Floris Schoß Platz nimmt. Und mein Herz wird weit, wenn ich sehe, was für ein feines Gespür meine Tiere für die Menschen haben, die zu uns kommen. Dieses Bild entstand bei unserem ersten Besuch bei Flori daheim, kurz nachdem er aus dem Krankenhaus gekommen war. Der Edle fand`s spannend.

 

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Und zum Abschied gab es Wiener

Heute vor einer Woche mussten wir Abschied von unserem Schneggi nehmen. Als Vero, meine Tochter, in der Früh aufstand, merkte sie, dass er nicht mehr alleine stehen konnte. Gemeinsam versuchten wir ihn auf die Beine zu stellen, es ging nicht. Die linke Seite trug ihn nicht mehr. Seine Augen wanderten immer von rechts nach links und wieder zurück, als sei ihm schwindlig. Wenn er den Blick halten konnte, stand in seinen Augen die Frage, was los sei.

Offensichtlich hatte er in der Nacht einen weiteren Schlaganfall erlitten. Nun hieß es eine Entscheidung treffen. Wir überlegten hin und her, denn unser Wunsch war, dass er alleine gehen können soll. Doch die Vorstellung, dass er Schmerzen bekommen oder in Zustände geraten würde, die es dann erforderlich machten, ihn in die Klinik zu fahren, sowie sein schlechter Gesamtzustand, ließen uns den Tierarzt bitten, zu kommen.

Wartezeit

Alle anderen Tiere waren da. Der Edle, unser Kater, tretelte ihn, legte sich an seinen Bauch und schnurrte ihm was vor. Stutzi, die kleine Katze, schleckte ihm das Gesicht und Füxi lag ebenfalls ganz nahe bei ihm. Auch sie nahmen Abschied. Er war ganz ruhig.

Ein Geräusch, wie wenn sich ein Nager die Zähne wetzt, irritierte uns. Vero entdeckte eine Maus neben dem Fuß der Standuhr. Sie holte die Lebenfalle aus dem Keller, versah sie mit einem Leckerbissen und stellte sie vorsichtig vor die Maus. Die bewegte sich nicht. Ich entschied mich, sie mit einem Küchenhandtuch zu fangen, was mühelos gelang. Als ich sie im Schuppen vor dem Holzstapel laufen lassen wollte, erkannte ich, dass sie die Hinterbeine nachzog. So konnte ich sie nicht laufen lassen. Ein Stück Holz hatte ich bereits in der Hand, um sie zu erschlagen, aber es ging nicht. Sie sah mich mit ihren großen, braunen Knopfaugen unverwandt an. Also setzte ich sie in einen kleinen Korb, gab ihr eine Himbeere und ein Stückerl Zuccini und deckte sie zu. Eine weitere Aufgabe für den Tierarzt.

Abschied nehmen vom Schneggi. Ihn halten und knuddeln, mit Vero gemeinsam weinen. Er war jetzt ruhig und wenn wir ihm die Augen zuhielten, fiel er in kurzen, leichten Schlaf.

Meine Trauergruppe absagen, dafür sorgen, dass der Termin für die Hufpflege der Pferde stattfand und einiges mehr. Dann kam Stutzerl, die kleine Raubkatze mit einem toten Vogel im Maul. Was mir den Ausruf entlockte: «Jetzt reicht`s aber!«

Ich dachte daran, wie wir Abschied von unserem letzten Pferd Peraira nehmen mussten, nachdem sie nur noch mit Hilfe dreier Leute aufstehen konnte. Und dass wir ihr ein Mash (warmen Müslibrei) gemacht hatten, ehe der Tierarzt kam. Da fiel mir ein, dass wir noch Wiener im Kühlschrank hatten. Gestern frisch gekauft. Für Wiener stirbt der Schneggi, sagte ich immer. Die sollte er noch bekommen. Er fraß sie mit Genuss.

Ein letzter Atemzug

Als der Tierarzt da war, bestätigte er unsere Wahrnehmung. Mittlerweile lag der Schneggi schon ziemlich überstreckt. Noch während der Narkose wurde die Atmung ganz flach und nach der zweiten Spritze macht er noch einen tiefen Atmenzug und war drüben. Gab keinen Laut, machte keine Bewegung.

Die Maus brauchte viel länger, vermutlich waren innere Organe verletzt, sodass das Mittel nicht unmittelbar wirken konnte.

Wir schlugen den Schneggi in ein Flanellleintuch ein und Vero legte eine Fliederblüte darauf.

Dann gingen wir erst mal mit dem Füchslein die Oberseerunde. Die Arme war noch nicht wirklich draußen gewesen und gefüttert hatten wir sie auch nicht. Das fiel uns allerdings erst am Abend auf.

Abschied beim Bestatter

Am Nachmittag fuhren wir unseren Schneggi nach Wessobrunn zu „anicare“, einem Beerdigungsinstitut für Haustiere. Wir wurden sehr einfühlsam betreut und die anwesenden Tiere des Hauses taten uns gut. Zum Schluss hoben wir den Hund aus dem Auto und nahmen endgültig Abschied. Er war schon kalt und steif, sah zwar aus wie unser Schneggi, war`s aber nicht mehr.

Servus mein Bub, du wirst mir fehlen.

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Rosis Fürsorge für Kinder

Im Jahr 2013 verloren Greta und Liv ihren Papa und Cony ihren Mann. Seitdem hat sich viel getan. Die schüchternen, unsicheren Kinder hatten zunächst rasende Angst vor weiteren Verlusten. Cony versuchte vergeblich, sie mit ihrer Fürsorge abzulenken und zu beruhigen.

Die Fürsorge von Rosalie hat schließlich viel verändert. Die Kinder waren ganz verrückt nach ihr. Und so begleiteten Rosi und ich die Beiden gerne auf diesem Weg und freuten uns immer, wenn sie zu uns kommen.

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