Im Unfallkrankenhaus auf der Intensivstation

Seit etwa 2 Jahren bin ich einmal wöchentlich im Unfallkrankenhaus Murnau auf der Intensivstation.

Bei meiner ehrenamtlichen Aufgabe kläre ich mit dem Pflegepersonal ab, ob Angehörige die Patienten besuchen dürfen.

 

Oft  sind die Angehörigen beim ersten Besuch im Unfallkrankenhaus extrem gestresst, weil sie nicht wissen,

in welcher Verfassung der Patient ist. Andere geraten bei

der Diagnose in eine Art Schock, manche stehen vor der schwierigen Aufgabe, zu entscheiden, ob die Maschinen abgeschaltet werden und wieder andere müssen sich

endgültig verabschieden.

 

Groß ist die Freude, wenn ein Heilungserfolg sichtbar wird,

der Patient nach einer längeren Zeit auf eine andere Station kommt oder eine vollständige Genesung erwartet werden darf. Oft kommen ehemalige Intensivpatienten mit ihren Angehörigen noch mal in die Station, um sich beim Pflegepersonal zu bedanken.

 

Diese Gefühle sind für uns, die dieses Ehrenamt machen, intensiv spürbar. Manchmal fragen mich Angehörige, wie ich das Geschehen auf der Intensivstation aushalte. Dann antworte ich: “ Indem ich Anteil nehme, zuhöre, den Schmerz fühle und aushalte und doch nicht zu meinem werden lasse. Außerdem bin ich mir, seit ich dieses Ehrenamt ausfülle, viel bewusster geworden, dass es keine Sicherheit gibt und wie zerbrechlich unser Leben sein kann.“

 

Und wenn ich am Abend das Unfallkrankenhaus verlasse, schaue ich in den Himmel und bin voller Dankbarkeit für den Wert meines Lebens.

 

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