Cony

Zu zweit -

mit Schwester und Schwager,

das erste freie Wochenende.

Die beiden Kinder noch klein, doch groß genug,

um bei den Großeltern zu sein.

Riesen Freude - Z e i t für einander!

Auto gepackt und los!

Schmetterlinge im Bauch.

Fühlt sich super an.

 

Am nächsten Morgen Zusammenbruch…

fehlte das Frühstück?

Einkehr, gemeinsames Essen, alles gut?

Zweiter Zusammenbruch,

Notarzt verständigt, sie hält ihren Mann in den Armen.

Er erkennt das Licht auf der anderen Seite und lächelt.

„Bleib, bitte bleib!“

Doch er hört sie nicht und wechselt die Seite.

Totenstille

Sie hatte nie geglaubt, dass er nicht alt werden wollte.

Wie sag ich`s nur den Eltern, wie den Kindern?

Das fühlt sich so gespenstisch an.

 

Die erste Zeit danach

funktioniert, funktioniert, funktioniert

und nicht mehr zu viert.

Dabei wollte sie nie alleine erziehn und auch noch arbeiten gehn.

Im Inneren alles tot und grau.

Seine Firma, gerade gegründet - auflösen.

Den Kindern Halt geben,

wo soll der herkommen?

Funktionieren, funktionieren und alleine im Dunkeln weinen.

Das fühlt sich trostlos an.

 

Familie und Freunde tragen mit den Schmerz,

weniger wird er nicht – im Herz.

Das Haus erdrückt,

eine Wohnung gesucht und gefunden,

in einem rosa Prinzessinnenschloss -

es gefällt den Dreien sehr… und fühlt sich jetzt etwas besser an.

 

Die Stute Rosi -

grau, groß und mütterlich.

Sie trägt die Kinder mit ihrer Last.

Manchmal vergessen die Mädchen fast…

Von Rosie gewiegt und geliebt, fühlt es sich viel leichter an.

 

Die Angst verschwindet: nicht zu genügen und,

dass die Kinder Schaden nehmen.

Die Mädchen wachsen heran, Kindergarten und Schule,

die Mutter, jetzt wieder Lehrerin.

Alles ist gut, ja, im grünen Bereich –

auch dass der Mann und Vater fehlt,

fühlt sich beinah‘ normal an.

 

Das Leben gelingt wieder.

Ein alter Freund, die Kinder lieben ihn auch.

„Zieh`n wir zusammen?“

 Ein Haus gefunden,

bald wieder zu viert,

nur manchmal noch Fremdeln.

Das fühlt sich jetzt ganz anders an.

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