Über mich...


Schön ist alles, was man mit Liebe betrachtet.

Dieser Satz und die folgenden Geschichten erzählen Ihnen etwas Wesentliches über mich.

 

Steffi

Heuer im Herbst sind es fünfzig Jahre, seitdem ich meine beste Freundin Steffi kenne. Damals kam ich von Berlin nach München zu ihr in die zweite Klasse. Nach kurzer Zeit teilten wir eine Bank und verbrachten auch sonst viel Zeit miteinander. Im Winter nahm mich ihre Familie mit zum Schifahren auf die Alm, im Sommer liefen wir dort über die Wiesen und spielten Pferd oder vergnügten uns am Bach. Nach dem Abitur wurde unser Kontakt seltener. Doch wenn wir uns trafen, war es bei jedem Treffen so, als hätten wir uns gestern erst zuletzt gesehen.

Als ihr Vater, der mich als Kind sehr beeindruckt hatte, im Sterben lag, hielt ich mit ihr zusammen Nachtwache an seinem Bett.

In all den Jahren haben wir nicht einmal gestritten. Dafür und für noch viel mehr liebe ich sie.

Ausgemustert

Wenn ich einen Christbaum kaufe, dann immer erst kurz vor Schluss, denn da gibt es „meine“ Bäume immer noch. Fehlende Äste, schiefer Wuchs oder verkrüppelte Spitzen, für mich sind sie schön, weil sie eben nicht perfekt sind. Außerdem tun sie mir Leid, weil sie niemand haben will.

Auch meine Tiere sind Verlassene. Laso wurde im Alter von ca. 11 Tagen mit seinen beiden Schwestern in Nauplia am Marktplatz ausgesetzt. Wir nahmen die Welpen mit nach München und zogen sie auf. Lars blieb bei uns und für seine Schwestern fand sich ein guter Platz. Fetita verbrachte ihr erstes Lebensjahr auf den Straßen von Bukarest und kam über Facebook zu mir, die Katzen Stutzerl und Niko hatten meine Töchtern bei ihrer Suche nach Tieren, die keiner haben wollte, im Internet entdeckt. Rabanka, meine Westfalenstute, sollte kurz vor ihrem vierten Geburtstag zum Schlachter, weil sie sich ihrer brutalen Ausbildung heftig widersetzt hatte und Rosalie, das Seelenpferd des Kleefalterhofes, war auch kurz davor geschlachtet zu werden, als sie gerettet und an mich weiter vermittelt wurde.

Sie sind wundervolle Geschöpfe, bedeuten mir viel und auch meine Gäste lieben sie.

 

Musik, Bücher, Filme

sind ein wichtiger Teil meines Lebens.

Musik kann mich bewegen und zu Tränen rühren. Die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstehen, Mitgefühl für die Wesen der Geschichte, lassen mich in fremde Welten eintauchen. Themen, Gedanken und Dialoge bewegen mich oft noch länger. Auch Filme können mich „mitnehmen“.

So der Film „Sein letzter Freund“ mit dem Schauspieler Fernandel als Knecht Antonin. Darin sollte das alte Pferd Odysseus im Stierkampf sein Ende finden. Antonin, der das Pferd von klein an betreut und gepflegt hatte, musste dazu mit ihm nach Arles gehen. Er beschließt jedoch, Odysseus zurück in die Camargue zu bringen. Auf dem Weg dorthin bestehen sie viele Abenteuer und kurz vor der Freiheit bricht Odysseus zusammen. Mit großer Anstrengung und viel Mühe bewegt Antonin Odysseus zum Aufstehen und schließlich erreichen sie ihr Ziel. Erst zögernd, dann in wildem Galopp schließt sich Odysseus einer Herde an. Tränenüberströmt verließ ich damals das Kino und es dauerte den ganzen Nachmittag, bis sich das Gefühl von Trauer und Sehnsucht nach Freiheit wieder aufgelöst hatte.

Foto: Nermo Torek/pixelio.de
Foto: Nermo Torek/pixelio.de